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Tripod heads and which to choose

Stativköpfe -
und welcher Kopf zu Ihrer Ausrüstung passt

  John Robertson

Warum gibt es so viele verschiedene?

Zwei Köpfe sind besser als einer, aber wenn es um Stativköpfe geht, ist die Auswahl riesig. Zu den vielen verschiedenen Typen kommen auch noch die Art oder Arten der Benutzung und ein ganz wichtiger Faktor – persönliche Vorlieben. Wie passen Sie einen Stativkopf also an Ihre fotografischen Bedürfnisse an
Tja, selbstverständlich gibt es auf diese Frage keine einheitliche Antwort und es ist gut möglich, dass Sie, genau wie ich, einfach mehrere unterschiedliche Stativkopftypen für bestimmte Anforderungen benötigen.

Auf die Beine kommt es an!

Ein Stativkopf sollte nicht isoliert in Betracht gezogen werden. Es hat überhaupt keinen Zweck, einen großen, schweren Videoneiger beispielsweise auf einen Satz schwacher Stativbeine zu montieren. Sie sollten also beachten, dass Stativbeine und –kopf gut zusammenpassen. Ein Panoramakopf ist zum Beispiel ziemlich nutzlos, wenn er nicht an eine strapazierfähige, solide Plattform angebracht wird. Manfrotto Stative sind mit einfachen Befestigungen für die jeweiligen Köpfe ausgestattet und verfügen über Verriegelungsschrauben, die ein Verschieben des Kopfes verhindern - ziehen Sie diese immer fest zu!

Unsere Köpfe im Überblick

Welche Optionen gibt es?
Da wären die Schwenk- und Neigeköpfe in zahlreichen Varianten, es gibt Kugelköpfe, Köpfe mit Pistolengriff, Fluid-Köpfe, Videoneiger, Getriebeköpfe und, nicht zu vergessen, der Favorit unter Tierfotografen – der Gimbal- bzw. Kardankopf (auch Affenschaukel genannt).

Bei Stativköpfen haben Sie eine so große Auswahl an Größen, Formen und Preisklassen, dass es schon verwirrend sein kann. Was letztere angeht, so ist es durchaus möglich, für einen leistungsstarken Profi-Kopf weit über eintausend Euro auszugeben. Warum sie so teuer sind? Weil sie sich einer intelligenten Konstruktion bedienen und dafür gemacht sind, über Jahre konstant eingesetzt zu werden, ohne dass es zu irgendwelchen Mängeln kommt. Selbst die sehr viel günstigeren Geräte sind so gebaut, dass sie bei ordnungsgemäßer Pflege jahrelang genutzt werden können.

Die Bedeutung des Schnellverschlusssystems

Auch sollten Sie sich beim Kauf eines Stativkopfes überlegen, ob Sie ein QR- oder Schnellwechsel-System haben möchten. Dieses System nutzt einen Verriegelungsmechanismus in Form einer Platte, mit der die Kamera sicher an Ort und Stelle gehalten wird oder eben auf Knopfdruck bzw. Hebelbetätigung gelöst werden kann, um die Kamera in der Hand zu halten und ein anderes Objektiv oder eine andere Kamera zu montieren. Dies ist eine Einrichtung, die ich persönlich nicht mehr missen möchte, denn meiner Ansicht nach gibt es nichts schlimmeres als die Zeitverschwendung, eine Kamera vom Stativ abschrauben zu müssen, nur um sie später wieder umständlich an das Gewinde anzubringen.

Mein Favorit: der Kugelkopf

Sie wissen nicht, welchen Stativkopf Sie wählen sollen? Ein Stativkopf, der sich wunderbar für den Anfang eignet, ist so etwas wie mein Lieblingskopf – der Kugelkopf. Manfrotto führt den XPRO Kugelkopf im Sortiment, der zu den kompaktesten verfügbaren Köpfen zählt. Er meistert die meisten Aufnahmearten überaus gut. Ich habe bereits einen Erfahrungsbericht über genau diesen Stativkopf geschrieben.

Unsere Kugelköpfe bestehen aus leichtem Magnesium und sind sehr einfach zu bedienen. Die Kamera lässt sich schnell einrasten. In Manfrottos neuester Entwicklung konnte das alte Problem von zu viel Spielraum in den Kugelgelenken, der ein Abdriften während der Bedienung verursacht, vollständig ausgeschaltet werden.

3-Wege-Neiger

Als ich noch für Lokalzeitungen arbeitete, habe ich viele Jahre lang so einen Kopf benutzt. Mit einem Hebel werden die Bewegungen jeder einzelnen Achse gesteuert, so haben Sie mehr Kontrolle über die Auf-, Abwärts- und Seitenneigung. Er kommt besonders gut zum Einsatz, wenn genügend Zeit zur Verfügung steht und ist wahrscheinlich mehr auf Studio- als auf Outdoor-Nutzung ausgelegt, wo ich persönlich lieber zum Kugelkopf greife.

Der Drei-Wege-Kopf weist beim Einsatz unterwegs in der Landschaft meiner Ansicht nach noch einen weiteren Nachteil auf. Nicht nur, dass er nicht besonders schnell aufzubauen ist, aber mit drei separaten Verriegelungshebeln kommt es auch schnell mal vor, dass er sich beim Herumtragen ohne Hülle irgendwo verhakt!

Fluid-Köpfe

Obwohl ich hin und wieder einen Video-Fluidkopf für Standbilder benutze, sind diese Köpfe mit Fluid-Effekt eigentlich für Videoaufnahmen gedacht.

Sollten Sie mal einen ausprobieren, werden Sie auf Anhieb merken, wie viel unkomplizierter geschmeidige Schwenks und Kamerabewegungen mit ihnen ausführbar sind. Die Friktion kann variiert werden, was es einfacher macht, besonders langsame Schwenks einerseits und Reißschwenks andererseits mit der entsprechenden Einstellung zu erstellen. Wenn ich mit dieser Art von Kopf arbeite, ist ein Schnellwechselsystem dabei ein Muss. Ich brauche einfach die Vielfalt an Optionen, die damit einhergeht, die Videokamera schnell vom Stativ lösen zu können und sie für folgende Aufnahmen in den Händen zu halten.

Denken Sie daran: je länger das Objektiv, desto höher die Wahrscheinlichkeit, zu verwackeln. Für Aufnahmen mit Objektiven, die länger als 100 mm sind, würde ich das Stativ zum Tragen meiner Kamera fast immer mit Fluid-Kopf oder ein Einbeinstativ verwenden.

Je länger Sie die Kamera in der Hand halten, desto mehr wird auch Zittern zum Problem für die Videoaufnahmen (und in diesem Zusammenhang natürlich auch für Standbilder). Aus diesem Grund arbeite ich bei Interviews viel lieber mit der stabilen Plattform, die ein Stativ mit Fluidneiger bietet.

Sie müssen sich nur einmal ein Fernseh-Interview anschauen, bei dem der Kameramann kein Stativ verwendet hat, und nach einer Weile werden Sie sicher merken, was ich meine!

Von Zeit zu Zeit benutze ich Videoneiger für fachspezifische Standbilder – zum Beispiel einen Aufwärtsschwenk während einer langsamen Belichtungszeit wie dieser hier.

Gimbalköpfe

Diese spezialisierten Stativköpfe sind hauptsächlich für Fotografen gedacht, die mit großen, schweren, und sperrigen langen Objektiven arbeiten. Ich habe sie zwar mal ausprobiert, aber nicht ausgiebig verwendet – deshalb habe ich meinen Freund, den Tierfotografen Stuart Shore, gefragt, weshalb er eines benutzt.

Die Manfrotto 393 Teleobjektiv-Halterung wurde als die ideale Stütze für lange Objektive auf einem Einbeinstativ konstruiert. Das System funktioniert allerdings genauso gut auf robusten Dreibeinstativen und wird von den meisten auch auf diese Weise angewendet.

Die Halterung besticht durch ihre Bauweise höchster Qualität, durch die enthaltenen Gummihandgriffe ist die Anbringung bei jedem Wetter gewährleistet. Die 393 Teleobjektiv-Halterung ist mit einer Schnellwechselplatte ausgestattet, die in einer bestimmten Position verriegelt und versehentliche Bewegungen so verhindert. Die Knöpfe zur Einstellung der Doppelspannung spannen Objektive von bis zu 600 mm und die Kameraeinrichtung sehr gut ein und mittels einer schwenkbaren Friktionsgrundlage kann der Fotograf mühelos umschwenken, um Motive zu verfolgen.

Ich habe die 393 zusammen mit dem Manfrotto 190 Stativ benutzt und empfand diesen Aufbau als gute, stabile Halterung für meine Canon 1D Mk1v mit 500 mm f/4 L IS Objektiv; er belohnte mich mit zahlreichen Tierfotografien in Situationen mit wenig Licht, in denen ich ohne ein solch stabiles System nicht in der Lage gewesen wäre, so scharfe und gute Aufnahmen zu machen.

Panoramaköpfe

Panoramaköpfe gibt es in vielen Kategorien, von Versionen, die schnell und einfach aufzubauen sind, bis hin zu extrem präzisen und komplizierten Exemplaren. Ich habe den Manfrotto 303SPH auf dem Studio-Stativ 058B benutzt, als ich das Titelbild zu diesem Artikel schoss, auf welchem das Harringworth Viadukt zu sehen ist, das längste gemauerte Viadukt in Großbritannien.

Der 303SPH ist ein hervorragend gebauter Kopf, und obwohl er hochkompliziert aussieht, lässt er sich mit ein bisschen Übung wirklich schnell und einfach aufbauen. Diesen Kopf kann man für besonders einfachen Transport zerlegen und auch zusammenklappen. Zusammengebaut stellt er eine solide und überaus anpassungsfähige Plattform für die Kamera dar. 
Finden Sie die Eintrittspupille des Objektives, das gerade in Gebrauch ist, passen Sie sie an die beiden Achsen des Kugelkopfes an und genießen Sie eine weitere Funktion dieses Kopfes – eingekerbte Einstellmöglichkeiten beim Drehen der Kamera. Damit stellen Sie sicher, dass die Kamera sich für perfekte Überlappungen ohne Parallaxenfehler in der richtigen Position befindet. Wenn alles richtig aufgebaut wurde, sollte es ein Kinderspiel sein, die Ergebnisse zu einem nahtlosen Panorama zusammenzufügen.

Getriebeneiger

Ein Getriebe-Stativkopf ist ein wirklich präzise ausgetüfteltes technisches Gerät für die Arbeit im Studio, wird manchmal aber auch draußen für Landschaftsaufnahmen und Architekturfotografie eingesetzt. Warum man eines benutzen sollte? Der Grund dafür liegt in der genauesten Steuerung, die durch ihn ermöglicht wird. Die perfekte Kameraausrichtung und eine exakte Bildkomposition können mit einem Getriebekopf wie dem neuen Manfrotto XPRO Getriebekopf viel müheloser erzielt werden.

Zusammenfassung

Bei den Möglichkeiten vieler Stativköpfe gibt es einige Überschneidungen. Die Art oder Arten von Fotografie, die Sie betreiben, beeinflusst natürlich Ihre Auswahl.
Der XPro Kugelkopf ist meine Wahl für allgemeine Zwecke, bei Bedarf verwende ich aber auch andere Modelle.

Wenn Sie den richtigen Stativkopf mit den passenden Beinen kombinieren, werden Sie viele Jahre lang Freude daran haben, ihn zu benutzen und hervorragende Ergebnisse zu erzielen.

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