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Filter richtig
anwenden

    Ross Hoddinott

Filter spielen seit Langem eine Schlüsselrolle in der Fotografie, vor allem in der Landschaftsfotografie. Im Zuge des digitalen Fortschritts sagten Viele den Niedergang der Kamerafilter voraus. Wie falsch Sie jedoch mit ihrer Einschätzung lagen!

Oft können die Effekte und Vorteile des Filtereinsatzes nicht in der Bearbeitung reproduziert werden und bleiben damit auch im digitalen Zeitalter unersetzlich.

Obwohl viel über Filtersysteme und Steckfilter berichtet wird, werden traditionelle zirkulare Schraubfilter oftmals übersehen. Kaum zu glauben, angesichts der Vielfalt und die einzigartigen Vorteile bestimmter Aufschraubfilter..

Schraubfilter werden für gewöhnlich aus optischem Glas gefertigt und hochwertige Versionen sind sorgfältig mehrfach beschichtet, um für minimale Blendung und maximale Bildqualität zu sorgen. Zudem sind sie einfach anzuwenden und in verschiedenen, spezifischen Objektivdurchmessern (von 46mm bis 82mm) und Optiken erhältlich. Schrauben Sie sie mit dem Filtergewinde einfach direkt vorn auf das Objektiv auf.

Bei gutem Einsatz und richtiger Verwendung können Filter Ihre Fotos stark verbessern - tatsächlich können Sie sie völlig transformieren. Unsere Anleitung für Schraubfilter in der Landschaftsfotografie wird Ihnen helfen, sich mit dem speziellen Wissen zu rüsten, um zu erkennen welche Filter für Sie am besten geeignet sind.

Wozu dienen Objektivfilter und welche Filter sollten Sie besitzen?

Beginnen wir damit, uns einige Filtertypen anzusehen, die Sie im digitalen Zeitalter nicht wirklich benötigen. Farbtemperaturfilter spielten einst eine unabdingbare Rolle in der Filmfotografie. Ihre Aufgabe bestand darin, zu warme oder kalte Farbstiche zu neutralisieren, die von verschiedenen Lichtarten erzeugt werden. Die Weißabgleich-Einstellung Ihrer Digitalkamera wurde jedoch für genau diese Aufgabe gemacht - die Farbtemperatur kann inzwischen ganz einfach per Knopfdruck von der Kamera aus gesteuert werden. Auch wenn Sie roh fotografieren, können Sie die Farbtemperatur in der Nachbearbeitung ganz einfach anpassen und feineinstellen.

Weichzeichnerfilter waren ebenfalls beliebt - wenn auch nicht unbedingt bei Landschaftsfotos. Auch hier lässt sich der Effekt leicht mit digitalen Werkzeugen wie dem Gaußschen Weichzeichner nachempfinden. Einen ähnlichen Effekt können Sie auch durch Doppelbelichtung erzielen - eine Funktion, die auf einer zunehmenden Zahl an Spiegelreflexkameras verfügbar ist. Dies funktioniert ganz einfach, indem Sie einen Bildausschnitt einmal mit scharfem Fokus und dann im nächsten Bildausschnitt ohne Fokus fotografieren. Wenn Sie diesen Effekt auf Ihre Landschaftsaufnahmen anwenden wollen, werden Sie ebenfalls feststellen, dass sich der Effekt mit einer Software einfacher und gezielter erzielen lässt. Durch die heutigen digitalen Möglichkeiten ist es nicht nötig sich einer der oben genannten Filtertypen zuzulegen. Stattdessen ist es wichtig essentiellere Filtertypen zu benutzen, die Ergebnisse liefern, die schwer in der Nachbearbeitung zu erzielen sind.

Kamerafilter erklärt: was sind Adapterringe?

Adapterringe werden benötigt, um Filter mit unterschiedlichen Durchmessern an ein Objektiv anzupassen. Beispielsweise können Sie mit einem Adapterring einen Filter mit einer Gewindegröße von 77 mm problemlos an ein Objektiv mit einem Durchmesser von 67 mm anbringen. Die Ringe bestehen entweder aus Kunststoff oder Metall, sind relativ günstig und in verschiedensten Größen erhältlich, passend für unterschiedlichste Gewindekombinationen. Reduktionsringe ermöglichen den Einsatz größerer Filter auf Objektiven mit kleinerem Gewinde und sind eine gute Methode zur Erhöhung der Kompatibilität und Nützlichkeit Ihrer hochwertigen Schraubfilter. Erweiterungsringe werden zum Anbringen kleinerer Filter an Objektive mit größerem Durchmesser verwendet, sind aber im Allgemeinen weniger praktisch, da sie die Wahrscheinlichkeit einer Vignettierung erhöhen.

Anschraubfilter für die Landschaftsfotografie

Meiner Meinung nach gibt es eine Handvoll Filterarten, die heute immer noch essentiell sind - dazu zählen UV-Filter, Schutzfilter, Polarisationsfilter und Neutraldichtefilter mit fester Dichte (ND).

UV-Filter erscheinen komplett durchsichtig, doch sie wurden entworfen, um die Effekte des ultravioletten Lichts zu absorbieren, die den Kontrast reduziert. Digitale Sensoren können UV-Licht aufzeichnen, welches für unser Sensorsystem unsichtbar ist, aber ein UV-Filter blockt UV-Wellenlängen. Besonders beim Fotografieren von Landschaftsaufnahmen in großen Höhen sind UV-Filter sehr wichtig, da dort eine höhere Konzentration des UV-Lichts auftritt und dem Bild ohne Filter einen kühl-blauen Farbstich verleihen würde. Praktisch sind UV-Filter auch für die Fotografie bei winterlichem Wetter, wenn die Atmosphäre von Natur aus kühler ist. Schnee ist bekannt dafür, UV-Licht zu reflektieren; der Einsatz eines UV-Filters wird also helfen, diesen Effekt zu neutralisieren.

Skylightfilter sind ebenfalls erhältlich und funktionieren nach einem sehr ähnlichen Prinzip. Sie sind jedoch schwach rosa gefärbt, um die Schatten subtil wärmer zu machen. Da UV-Filter durchsichtig sind und kein Licht absorbieren, können sie auch als Schutz eingesetzt werden, um das Objektiv vor Schäden zu bewahren.

Für dieses Bild war überhaupt keine kreative Filterung nötig. Ich wollte die Silhouette der Burg vor der farbenfroh aufgehenden Sonne abbilden. Ich brauchte eine relativ schnelle Verschlusszeit, um die Möwen im Flug zu erwischen, darum wollte ich keinen Neutraldichtefilter mit fester Dichte verwenden und ein Polfilter hätte wenig Wirkung gezeigt. Der einzige Filter, den ich verwendete, war ein UV-Filter vorne auf meinem 70-200-Teleobjektiv, um das Frontelement vor Gischt, Sand und Schäden zu schützen.

Optisches Zubehör ist teuer und empfindlich. Deshalb ist es immer sinnvoll, das Frontelement des Objektivs bestmöglich vor Schäden zu schützen. Obwohl UV- oder Skylightfilter ebenfalls zu diesem Zweck verwendet werden können, sind auch spezielle Schutzfilter erhältlich. Diese sind komplett durchsichtig und wurden so gestaltet, dass sie dauerhaft am Objektiv montiert bleiben können, obwohl Sie sie eventuell abnehmen müssen, wenn Sie andere Filtertypen oder einen Filterhalter einsetzen.

Schutzfilter tun genau das, was ihr Name sagt, sie schützen das Frontelement des Objektivs vor Staub, Dreck, Sand, Feuchtigkeit und Kratzern. Manfrotto Professional Schutzfilter wurden für Profi- und Hobbyfotografen zugleich konzipiert, die maximalen Schutz für Ihre Objektive benötigen. Der Filter ist wasserabweisend und so konstruiert, dass er Kratzer und Öl abhält und zeitgleich antistatisch und antireflexbeschichtet ist. Insgesamt ist ein Schutzfilter eine sehr kluge Investition, der Ihnen potentiell riesige Summen spart, sollte Ihr Objektiv beschädigt werden - schließlich ist es viel günstiger, einen beschädigten Filter zu ersetzen als ein beschädigtes Objektiv.

Wenn Sie Landschaftsaufnahmen bei schwierigen Bedingungen erstellen möchten - z.B. wenn Sie und Ihre Kamera Nieselregen, Schnee, hoher Staubkonzentration oder Sand ausgesetzt sind - würde ich Ihnen empfehlen, einen UV- oder Schutzfilter auf Ihrem Objektiv zu lassen, um sicherzustellen, dass es sauber und unbeschädigt bleibt.

Polarisationsfilter für die landschaftsfotografie

In der Landschaftsfotografie ist der Polfilter ein Must-Have. Zweifellos hat kein Kamerafilter einen größeren Einfluss auf Ihre Bilder. Polarisiertes Licht führt zu Blendungen und Spiegelungen und reduziert die Intensität der Farbe einer Oberfläche. Der Polarisationsfilter hindert das polarisierte Licht daran ins Objektiv einzudringen, wodurch eine natürliche Sättigung, ein natürlicher Kontrast und eine natürliche Leuchtkraft gewährleistet wird. So entstehen Fotos mit mehr Pfiff und besserer Ausdruckskraft.

Polfilter sind meist zirkulare Schraubfilter. Sie werden aus einer dünnen Schicht von Polarisationsmaterial gefertigt, die zwischen zwei zirkularen Glasschichten liegt. Durch Drehen des Filters im Gewinde können Sie die Menge des polarisierten Lichts auf das Objektiv verstellen und so den Effekt des Filters präzise steuern. Die Anwendung des Filters ist intuitiv. Schauen Sie einfach durch den Sucher der Kamera (oder benutzen Sie LiveView) und drehen Sie dabei gleichzeitig den Filter. Dabei sollten Sie sehen, wie die Reflektionen zu- und abnehmen und die Intensität der Farben stärker werden oder verblassen. Wichtig zu wissen ist, dass die Stärke eines Polarisationseffekts vom Winkel der Kamera zur Sonne abhängt. Die Sonne enthält das meiste polarisierte Licht in den Bereichen, die im 90°-Winkel zu ihr stehen. Darum erzielen Sie bei Fotos im 90°-Winkel zur Sonne den stärksten Effekt - bekannt als 'Brewster-Winkel'. Gegenstände aus Metall wie polierter Stahl und Chromplatten reflektieren polarisiertes Licht nicht und werden daher von dem Filter nicht beeinflusst.

Der Filter ist sehr einfach zu benutzen. Drehen Sie ihn einfach bis Sie den gewünschten Effekt erzielen. In der Landschaftsfotografie ist ein Polfilter am beliebtesten, weil er blaue Himmel noch strahlender erscheinen lassen kann. Nützlich ist er aber auch zur Verringerung des Blendeffekts von nassen und glänzenden Blättern und Laub, was ihn zu einem sehr praktischen Filter zum Fotografieren von Wäldern, ländlichen Motiven und sogar Nahaufnahmen von Blumen macht.

Manfrotto (bekannt für seine XUME-Schnellwechseladapter) zählt zu den Marken, welche die hochwertigsten Polarisationsfilter produzieren. Erhältlich sind diese in einer Fülle von Objektivdurchmessern bis zu 82mm. Ein Polfilter ist mit Sicherheit der nützlichste und unentbehrlichste Filter für die Landschaftsfotografie. Manfrottos Pro-Version enthält 12 Beschichtungsschichten für maximale Bildqualität, wodurch eine beeindruckende Lichtdurchlässigkeit von 90 % erzielt wird. Dies ist ein Filter mit dem Potential, Ihre Bilder zu verändern.

Obwohl der Polfilter am bekanntesten für die Verstärkung eines blauen Himmels ist, eignet er sich auch toll für Aufnahmen von Wasser und Wäldern. Er beseitigt das Blenden des Wassers und das Leuchten nasser, glänzender Blätter, um Ergebnisse mit weit höherer Farbsättigung und Wirkungskraft zu erzielen.

Wie bereits erwähnt, sind Polarisationsfilter berühmt für ihre Wirkung bei leuchtend blauem Himmel. Als ich diese bunten Strandhütten fotografiert habe, wählte ich einen tiefen Winkel und drehte meinen Polfilter, bis der Himmel die größte Farbsättigung zu haben schien, um maximalen Einfluss zu erzielen.

Nachteile von Polarisationsfiltern für die Landschftsfotografie

Die volle Wirkung eines Polfilters kann durch den Sucher sehr verführerisch erscheinen. Doch es ist nicht immer der stärkste Effekt, der das beste oder am natürlichsten aussehende Ergebnis erzielt. Beachten Sie dies, wenn Sie einen Polfilter benutzen. Bei voller Polarisation können bestimmte Probleme auftreten, zum Beispiel übermäßige Polarisation. Dies lässt die Ergebnisse unnatürlich erscheinen. Also setzen Sie diesen Effekt mit Bedacht ein! Bei Fotos mit wolkenlosen Himmeln und aus großen Höhen ist das Risiko am größten, dass die Fotos zu dunkel werden. Sie sollten das Problem durch den Sucher erkennen können. Prüfen Sie aber Ihre Bilder immer nochmals und achten Sie darauf, dass der Himmel noch natürlich aussieht. Wenn der Himmel zu dunkel erscheint, reduzieren Sie einfach den Grad der Polarisation, indem Sie den Filter drehen.

Ungleichmäßige Polarisation ist ein weiteres häufiges Problem. In bestimmten Winkeln zur Sonne stellen Sie vielleicht fest, dass der Effekt des Filters ungleichmäßig ist. Beispielsweise erscheint der Himmel an einigen Stellen dunkler als an anderen. Kurze Brennweiten zwischen 16 und 35 mm sind am anfälligsten für das Problem, denn sie erfassen einen zu großen Teil des Himmels. Um einen ungleichmäßig polarisierten Himmel auszugleichen, versuchen Sie am besten den Grad der Polarisation zu verringern. Nutzen Sie eine längere Brennweite oder ändern Sie (wenn möglich) Ihren Blickpunkt.

Polarisationsfilter sind sowohl linear als auch zirkular erhältlich. Obwohl beide Varianten normalerweise zirkulare Aufschraubfilter sind, wirkt sich das Design linearer Filter auf die Messgenauigkeit digitaler Kameras aus. Das liegt daran, dass Autofokus-Systeme einen Prozentsatz des Lichts in der Kamera polarisieren, welches bereits vorher schon von einem Filter polarisiert wurde. Dies beeinträchtigt die Messung. Zirkulare Polfilter werden aus einer Verzögerungsplatte gefertigt, die die Wellenlänge des Lichts um ein Viertel verkürzt. So kann das Licht, das durch den Filter fällt, rotieren und im Messsystem der Kamera unpolarisiert erscheinen, um eine korrekte Messablesung sicherzustellen. Darum sollten Sie beim Kauf eines Polfilters immer den zirkularen wählen.

Polarisationsfilter absorbieren einen Grad des Lichts - dieser ist als der Filterfaktor bekannt. Polfilter haben einen Filterfaktor von 4x - sie absorbieren also bis zu zwei Blendenstufen des Lichts. Die Belichtungsmessung durch das Objektiv Ihrer Kamera (TTL) wird dies automatisch für Sie einstellen. Sie sollten nur wissen, dass die Belichtungszeit sich so verlängert. Aus diesem Grund können Polfilter nützlich als provisorische Neutraldichtefilter wirken, um die Belichtungszeiten künstlich zu verlängern und so eine kreative verwischte Bewegung des Motivs, wie bewegliches Wasser, zu erzeugen.

Neutraldichtefilter für die Landschaftsfotografie

Neutraldichtefilter sind ein weiterer essentieller 'Must-Have'-Filter für die Landschaftsfotografie. Hierbei handelt es sich um simple Graufilter, die gestaltet wurden, um Licht zu absorbieren. Diese Filter sind als Steck- sowie Schraubfiler erhältlich. Durch den Neutraldichtfilter ist es möglich, künstlich verlängerte Belichtungszeiten auszuwählen, um eine kreative verwischte Bewegung des Motivs zu erzielen. Wasser ist das beliebteste Element zum Verwischen, doch auch Laub, Wolken, Menschen und Tiere sind weitere Motive, auf die Sie den Effekt anwenden können. Der Eindruck, dass das Motiv sich bewegt, kann Fotos wirklich Interesse, Leben und Energie einhauchen. Die Filter sind in einer Vielzahl von Stärken erhältlich. Neutraldichtefilter mit einer Durchlässigkeit von 3, 6 und 10 Blendenstufen sind am beliebtesten. Diese Filter bergen riesiges kreatives Potential.

You may wish to combine filters in order to achieve the result you require. It’s not uncommon to use a polarizing filter to restore natural colour saturation in combination with a solid ND to achieve a creative level of subject motion. In this instance, I used 6-stop solid ND filter to create this moody looking seascape.

For more information on ND filters, ND grads and extreme ND filters, please read my previous article – Using Neutral Density (ND) filters.

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